Die EPBD wird zum 29. Mai 2026 in Deutschland zum echten Praxisfaktor.

Mit der überarbeiteten EU-Gebäuderichtlinie verschärfen sich die Anforderungen an Neubau, Bestand und Betrieb von Gebäuden spürbar — und damit auch an Monitoring, Gebäudeautomation und Datenqualität.

Die EPBD ist der europäische Rahmen für die energetische Qualität von Gebäuden. Ihr Ziel ist klar: der Gebäudebestand soll bis 2050 weitgehend emissionsfrei werden. Dafür setzt die Richtlinie auf verbindliche Vorgaben für Mitgliedstaaten, die in Deutschland vor allem über das GEG und weitere nationale Regelungen umgesetzt werden.

Besonders relevant für die Praxis sind drei Punkte:

  • Neubau: Ab 2028 gelten für öffentliche Neubauten Zero-Emission-Anforderungen, ab 2030 für alle neuen Gebäude.
  • Solarenergie: Die Richtlinie sieht eine schrittweise Einführung von Solarvorgaben für bestimmte neue und bestehende Gebäude vor.
  • Lebenszyklus: Die EPBD berücksichtigt zunehmend auch Emissionen über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes, nicht nur den Betrieb.

Für den Betrieb von Immobilien rückt damit ein Thema noch stärker in den Mittelpunkt: Gebäudeautomation und Monitoring. Gerade bei Nichtwohngebäuden gewinnt die Frage an Bedeutung, wie technische Anlagen intelligent vernetzt, Daten nutzbar gemacht und Effizienzverluste früh erkannt werden können.

Technik allein reicht dabei nicht aus. Wer digitale Systeme einführt, braucht auch Prozesse, Verantwortlichkeiten und Personal, das die Daten auswerten und in Maßnahmen übersetzen kann.

Genau darin liegt für viele Projekte die eigentliche Chance:

Monitoring ist nicht nur ein Kostenfaktor, sondern kann helfen, Betriebskosten zu senken, Transparenz zu schaffen und die Resilienz von Immobilien im Bestand zu erhöhen. Entscheidend ist, dass Digitalisierung nicht als Zusatzaufwand verstanden wird, sondern als Bestandteil einer professionellen Gebäude- und Portfoliostrategie.

Die neue EPBD zeigt damit ziemlich deutlich: Gebäude werden künftig noch stärker als dynamische Systeme betrachtet. Wer frühzeitig in smarte, interoperable und auswertbare Gebäudetechnik investiert, schafft die Basis für wirtschaftlichen Betrieb und regulatorische Zukunftsfähigkeit.

Quellen

EU-Kommission: Energy Performance of Buildings Directive

EU-Kommission: Nearly-zero energy and zero-emission buildings

Gebäudeforum: Gebäuderichtlinie (EPBD): Zentrale Vorgaben und Anforderungen der Novelle 2024

BDEW: Vorbereitende EPBD-Positionierung

EU-Rechtsakt: Directive (EU) 2024/1275